Mai Weiz

Regen und 6°C begleiten das Schreiben dieses Artikels. Mich wärmt der Gedanke an unser „Weizer Bad“, wo ab Mai die wetterbeständigen Schwimmer:Innen ihre Bahnen ziehen werden.

Mai Schul

Eine der Aufgaben der Stadtgemeinde Weiz ist die Erhaltung der Pflichtschulen. Die Hufnagl-Schule in der Offenburgergasse ist sanierungsbedürftig. Neben den erheblich gestiegen Preisen kommt erschwerend dazu, dass dieses Schul-Ensemble unter Denkmalschutz gestellt ist. Eine mögliche Sanierung erfolgt unter Erhaltung der ursprünglichen Planung und Vorgaben, aber unter den Auflagen aktuell geltender Sicherheitsbestimmungen. Konkret kann bei diesem Vorgehen kein zusätzlicher Bildungsraum gewonnen werden. An die Realisierung einer modernen Marktplatzschule ist gar nicht zu denken.

Mai Parkn

Etwa 50% der aktuell bestehenden Weizer Parkplätze werden nicht genützt. Daher ist eine Reduktion der Parkplätze an der Oberfläche zu Gunsten der reichlich vorhandenen Tiefgaragenplätze gut möglich. Sie erinnern sich an meinen Vorschlag zur Parkplatz-Nutzung als öffentliche und konsumfreie Begegnungszonen – lange vor dieser Studie. Gleichzeitig sollten wir auch unser eigenes Mobilitätsverhalten überdenken. Täglich treffen wir die persönliche Entscheidung, auf welche Weise wir zur Arbeit, in die Schule, zum Einkaufen oder zur Freizeitbeschäftigung fahren/gehen. Einiges lässt sich bestimmt optimieren.

Mai Wossa

Vor 15 Jahren beschloss der Weizer Gemeinderat einstimmig eine Resolution zur Erhaltung des Wolfsattels, einer wertvollen Naturlandschaft und eine wichtige Trinkwasser-Ressource. Aktuell gibt es wenig Niederschlag – die Trockenheit ist gut zu erkennen. Gesammeltes Regen- und Brauchwasser muss an Wert gewinnen. Wofür verwenden Sie eigentlich wertvolles Trinkwasser? Ich bin sicher, dass Ihnen eine kreative Alternative in den Sinn kommt.

Wesentlich für mich ist nicht nur im Moment Aktivitäten zu setzen, sondern verantwortungsvoll und mutig für nachfolgenden Generationen Lösungen zu finden – weit über Mai Weiz 2023 hinaus.

Mit herzlichem Gruß

Ihre VBgmin Monika Langs

Weiz – Fastenzeit

Am Aschermittwoch hat die Fastenzeit begonnen. Bis Ostern heißt es durchzuhalten. 7 Wochen, die viele mit dem Verzicht auf Alkohol oder Süßes verbinden. Über das ganze Jahr hinweg ist zu beobachten, dass nicht wenige von den Politiker:innen und von der Politik genug haben und daher ganz auf Politik verzichten.

Fastenzeit – Demokratie

Eine lebendige Demokratie ermittelt aus ihrer Mitte – dem Volk – ihre politischen Vertreter. Wenn Menschen sich nicht mehr einbringen, ihre Meinungsfreiheit nicht mehr positiv nutzen und Demokratie als Zuschauer oder nur aus Sicht eines Kommentators betrachten, wird der Einfluss des Einzelnen eine lebenswertere Welt gestalten zu können immer geringer werden. Tun wir nicht so, als ob uns die Dinge nichts angehen würden und hoffen wir nicht darauf, dass andere es für uns richten werden. Das demokratische Modell ist sicher kein ideales, aber aktuell das Beste, das uns zur Verfügung steht. Der Verzicht auf demokratische Rechte ist eine wenig erstrebenswerte Haltung und kein passendes Beispiel für praktiziertes Fasten.

Fastenzeit – Gemeindepolitik

Gemeindepolitik ist spannend, denn hier werden die Weichen für unsere persönliche Lebensumgebung gestellt und Entscheidungen getroffen, die uns unmittelbar betreffen. Es reicht nicht aus in der Anonymität der sozialen Medien – oftmals mit schlechten Umgangsformen – Stellung zu beziehen. Es braucht persönliches Engagement, Mut, Sachverstand und nicht zuletzt Respekt, um offen Meinungen zu vertreten, intensive Beratungen zu führen und lösungsorientiert Entscheidungen zu tragen.

Für einen Austausch stehen uns 31 Gemeinderät:innen zur Verfügung! Fasten Sie daher nicht politisch, sondern beteiligen Sie sich aktiv an der Mitgestaltung unserer Stadt Weiz.

Mit motiviertem Gruß

Ihre VBgmin Monika Langs

Lesen macht mehr aus Dir

Der Zopf von Laetitia Colombani

Drei Frauen, drei Kontinente, drei Lebenswege, drei außergewöhnliche Handlungsstränge, die von der Französin Laetitia Colombo kunstvoll und perfekt miteinander verflochten werden.

Sarah als Anwältin, Giulia mit plötzlicher unternehmerischer Verantwortung und Smita die Unberührbare, die wortwörtlich alles für ihre Tochter aufgibt, sind als drei starke und dennoch unterschiedlichste Frauencharaktere gezeichnet. Die Inderin, die Italienerin und die Kanadierin gehören verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen an. Schon deshalb findet ihr Leben jeweils in anderen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Traditionen statt.  Mit der wechselnden Erzählperspektive gelingt es den Spannungsbogen über lange Strecken zu halten, wenn gleich man erahnt, dass Haare als verbindendes Element den gemeinsamen Zopf ergeben werden.

Ich persönlich habe das Buch in Einem ausgelesen, obwohl mich die eine oder andere Passage – auch wenn sie ganz ohne Pathos erzählt wird – auf eine besondere Weise berührt hat und für mich als mitteleuropäisch modern sozialisierte Frau manchmal schwer auszuhalten war. Die drei Frauenfiguren werden detailliert skizziert und überraschen durch ihre eigenen Persönlichkeiten, die so gar nicht in eine unserer gedanklichen Schubladen passen wollen. Allein es sind drei starke Frauen, die ihr Schicksal selbstbestimmt in die Hand nehmen und keine Angst vor Veränderung haben.

Der Zopf ist der Erstlingsroman der 1976 in Bordeaux geborenen und in Paris lebenden Filmschauspielerin und Regisseurin Leatitia Colombani. Mit Das Haus der Frauen und Das Mädchen mit dem Drachen sind nun schon zwei weitere Romane erschienen.  Die Autorin versteht es sehr gekonnte mit ihrer leichtfüßigen Erzählweise an der Oberfläche den/die Leser:in dennoch mit darunter liegenden komplexen Themen zum Schwerpunkt Frau zu beschäftigen.

 Der Zopf von Laetitia Colombani: ISBN 978-3-596-52266-8

Monika Langs
Vizebürgermeisterin der Stadt Weiz
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