Habe die Ehre!

Wann haben Sie dieses wunderschöne österreichische Wort zuletzt gehört? „Habe die Ehre“ klingt nach Handschlag, ehrlichem Miteinander und einer guten Portion Herzlichkeit. Eigentlich genau nach dem, was unsere Gesellschaft zusammenhält.

Denn Ehre hat heute wenig mit großen Gesten zu tun. Sie zeigt sich vielmehr dort, wo Menschen anpacken, Verantwortung übernehmen und ihre Zeit für andere einsetzen: im Verein, bei den Einsatzorganisationen, im Sport, in der Kultur oder bei sozialen Initiativen. Oft leise, meist selbstverständlich und fast immer ohne großes Aufsehen.

Dabei verdienen genau diese Menschen unsere Aufmerksamkeit. Denn vieles, was unser Zusammenleben lebendig macht, funktioniert nur, weil jemand sagt: „Ich kümmere mich darum.“ Oder, noch einfacher: „Ich helfe.“

Rund 3,7 Millionen Menschen in Österreich engagieren sich freiwillig. Im Durchschnitt investieren sie sechs Stunden pro Woche für die Gemeinschaft. Beeindruckende Zahlen. Aber noch beeindruckender sind die Geschichten dahinter. Die vielen kleinen und großen Beiträge, die oft niemand sieht und die trotzdem den Unterschied machen.

Früher war „Habe die Ehre“ ein Gruß. Heute könnte man sagen: Ehrenvoll handelt, wer nicht nur mitredet, sondern mitgestaltet. Wer seine Zeit, sein Wissen und sein Engagement für andere einbringt. Wer Verantwortung nicht weitergibt, sondern übernimmt.

Deshalb möchte ich heute einmal ganz bewusst sagen:

Vielleicht ist das die schönste Bedeutung von „Habe die Ehre“: Respekt für jene Menschen, die jeden Tag dazu beitragen, dass aus einem Nebeneinander ein Miteinander wird.

Das bedeutet mutig sein für mich

Achtsam mit dir und deinen Bedürfnissen umzugehen.

Beherzt und entschlossen zu handeln.

Chancen zu nutzen, wenn sie sich dir bieten.

Deinen eigenen Weg zu gehen.

Eigen- und einzigartig zu sein.

Für deine Werte einzustehen.

Grenzen zu setzen.

Herausforderungen anzunehmen und daran zu wachsen.

Immer wieder aufzustehen, wenn du hingefallen bist.

Ja nur dann zu sagen, wenn du es auch tatsächlich so meinst.

Kreativität auszuleben.          

Loszulassen, was dir nicht guttut.

Meinungen zu äußern, auch wenn dein Gegenüber oder die Mehrheit eine andere hat.

Neues auszuprobieren, anstatt immer nur dasselbe auf die gleiche Art und Weise zu tun.

Offen für neue Erfahrungen zu sein.

Positiv durch die Welt zu gehen.

Quatsch zu machen und albern zu sein, auch wenn du schon lange erwachsen bist.

Ruhe zu suchen und dir zu gönnen, wenn dein Körper und deine Seele es brauchen.

Spielerische Freude und Leichtigkeit in dein Leben zu lassen.

Traurigkeit zu zeigen, denn du musst nicht immer stark und lustig sein.

Umzukehren, wenn du merkst, dass du auf dem falschen Weg bist.

Vertrauen zu schenken.

Weiterzugehen in Richtung deiner Ziele, auch wenn du Angst hast und dich unsicher fühlst.

Xenophil zu sein, also Fremdem und Neuem gegenüber aufgeschlossen und positiv eingestellt.

Yolo, you only live once, deshalb mach was aus deinem Leben.

Zweifle nicht an deinen Fähigkeiten und daran, dass du liebenswert bist.

Rezept für kluge und verantwortliche PolitikerInnen

**Zutaten:**

– 1 Prise Weitblick (am besten frisch geerntet)

– 2 EL Verantwortungsbewusstsein (nicht nur für die eigene Interessensgruppe)

– 3 Handvoll Charakterstärke (idealerweise gefestigt & lernbereit)

– 1 Schuss Demut (zum Fehler eingestehen)

– 1 Messerspitze Gewissen (gut gewürzt, nicht zu salzig)

– 1 großzügiger Löffel Wertorientierung

– 2 Tassen Offenheit für Argumente & Debatte

– 1 Portion Mut- – kann auch etwas mehr sein (zum Wahrheiten aussprechen)

– 1 Topf gemeinsames Wirken (für Kooperation)

– Prise Humor (damit es nicht zu bitter wird)

– Eine Handvoll Bürger/innen, die den Mut haben, verantwortungsvoll mitzuarbeiten

**Zubereitung:**

1. Vermische die Prise Weitblick mit den 2 EL Verantwortungsbewusstsein in einer großen Schüssel.

2. Füge die Handvoll Charakterstärke hinzu und rühre gründlich um, bis eine gefestigte Konsistenz entsteht.

3. Gib die Schuss Demut dazu und lasse es bei niedriger Hitze leicht aufkochen – Fehler sind erlaubt, solange man daraus lernt!

4. Würze das Ganze mit der Messerspitze Gewissen und dem Löffel Wertorientierung.

5. Gieße die Tassen Offenheit für Argumente in die Mischung und lasse es unter ständigem Rühren aufkochen.

6. Füge den Mut hinzu, um Wahrheiten mutig auszusprechen – das sorgt für den besonderen Geschmack.

7. Koche das Ganze im Topf gemeinsames Wirken, bis ein harmonisches Gemisch entsteht.

8. Abschmecken mit Humor – damit der politische Suppenteller nicht zu schwer wird.

9. Serviere das Ganze mit einer Handvoll Bürger/innen, die den Mut haben, verantwortungsvoll zu agieren – denn ohne sie wird das Menü fade.

**Guten Appetit!** 

Monika Langs
Vizebürgermeisterin der Stadt Weiz
Facebook | Instagram | Xing | LinkedIn

Nach oben ↑