Du sollst leb’n

Dir soll’s gut geh’n, du sollst leb’n
Für dich soll’s viel Schönes geb’n
Schau wie die Wolken zieh’n und hör auf den Wind im Wald
Schau wie die Vögel flieg’n und hör wie der Regen fällt
Freund’werden kommen, Freund’werden geh’n
Dir wird g’nommen, du wirst geb’n, du sollst leb’n

Du wirst verletzen, du wirst verzeih’n
Und es kann stürmisch werden
Vor Glück und Schmerzen wirst du manchmal weinen
Heftig und zart wirst du sein

Liebe und Lust und begehrt werd’n
Find’n, zerfließ’n, verlier’n
Nix von dem soll dir verwehrt werd’n
Du sollst versteh’n, du sollst spür’n

Dir soll’s gut geh’n, du sollst leb’n
Für dich soll’s viel Schönes geb’n
Und dir soll alles gelingen, alles,was dich größer macht
Dir soll Musik erklingen in dunkler Nacht
Du sollst blüh’n und nie vergeh’n
Vollmond soll am Himmel steh’n
Du sollst leb’n!

G.Steinbäcker/Schiffkowitz (Musik/Text)

Lesen macht mehr aus Dir

Die Wand von Marlen Haushofer

„Über die Wand zerbrach ich mir nicht allzu sehr den Kopf. Ich nahm an, sie wäre eine neue Waffe, die geheimzuhalten einer der Großmächte gelungen war; eine ideale Waffe, sie hinterließ die Erde unversehrt und tötete nur Menschen und Tiere.

Die Oberösterreicherin Marlen Haushofer – geboren im April 1920 – schreibt das Buch „Die Wand“ von Anfang 1961 bis zum Herbst 1962. Der Erfolg für das Buch, das schon 1963 verlegt wird, stellt sich erst Anfang der 80er Jahre ein. Die Veröffentlichung in mehreren Buchreihen und die Aufnahme als Schullektüre tragen zum späten Erfolg bei. Mittlerweile ist Marlen Haushofer schon über 10 Jahre tot.

Das Vorbild für das Jagdhaus ist die Lackenhütte im Mollner Ortsteil Ramsau. Die Alm, auf die die Icherzählerin mit den Tieren im Sommer übersiedelt, ist der Haidenalm nachempfunden.

Der Roman gilt lange Zeit als nicht verfilmbar. 2012 kommt die österreichisch-deutsche Koproduktion mit Martina Gedeck als Hauptdarstellerin und der Regie von Drehbuchautor Julian Pölsler ins Kino.

Die Schriftstellerin schildert zwei Jahre im Leben dieser durch eine Wand von der Außenwelt abgeschnittenen Frau völlig nüchtern, ohne Effekthascherei in einfacher Sprache aus der inneren Perspektive dieser Frauenfigur. In diesem „inneren Monolog“ geht es kaum um Grübeleien, sondern einzig um die Bewältigung praktischer Probleme in dieser Isolation und Einsamkeit.

Mein Tipp: Nur lesen, wenn die Stimmung dafür passt und Mann/Frau das Alleinsein mit sich aushält!

Die Wand von Marlen Haushofer – ISBN 978 3 548 60571 5 – Taschenbuch

Urlaub am Parkplatz – parken Sie einmal Ihren Liegestuhl

Haben Sie schon einmal über die alternative Nutzung von öffentlichem Parkraum nachgedacht?  Wie wäre ein kleiner grüner Park am Parkplatz zum Entspannen, zum Tratschen oder zum Treffen ganz direkt vor Ihrer Haustür?

Parklets, terrassenartig bepflanzte Stadtmöbel, die auf Parkflächen einfach installiert werden können, verwandeln den Parkplatz in ein Sommerwohnzimmer.

Wie kam es?

Ein Künstlerprojekt in San Francisco macht 2005 Parklets salonfähig. Für einige Stunden wurde ein Parkticket gelöst. Aber statt das Auto zu parken, wurden Passanten zum gemeinsamen Verweilen auf dem mit Grünpflanzen, Sitzgelegenheiten und einem Teppich eingerichteten Parkplatz eingeladen. Mittlerweile ist das Konzept der Parklets weltweit in den Städten angekommen – diese zeitlich begrenzte alternative und besondere Parkplatznutzung für den Sommer.

Was braucht es?

Durch eine stabile Abgrenzung zum Straßenverkehr ist die Verkehrssicherheit gegeben. Das Konzept der Parklets ist temporär – also nur von Mai bis Oktober können auf einzelnen Parkplätzen keine Autos parken. Die maximale Ausdehnung ist auf 2 Stellplätze (10m) limitiert und die Gestaltung soll in das Gesamtbild passen.

Wer realisiert es?

In Wien sind längst über 70 solcher Verweilzonen realisiert – Graz hat aktuell einen Gestaltungswettbewerb für Parklets gestartet. Die Neuverteilung des Straßenraumes mit kleinräumigen Sitz- und Begrünungsflächen erhöht die Attraktivität des öffentlichen Raumes, fördert das soziale Miteinander durch diese Kommunikationspunkte und stellt den Menschen in den Mittelpunkt. In Graz wird daher an die Realisierung von 4 Pilotparklets gedacht.

Eine von Künstlern und Schülern gestaltete Gehsteigerweiterung auf einem dafür passenden Parkplatz, der durch einen Bücherschrank, Raum für Fahrräder und schattengebende Pflanzen ergänzt wird, passt mit Sicherheit in das Entwicklungskonzept unserer lebenswerten Stadt.

Haben Sie einen schönen Sommer!

Monika Langs
Vizebürgermeisterin der Stadt Weiz
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