Sechs Monate können in einer Industriestadt wie Weiz erstaunlich viel auslösen. Und als Bezirkshauptstadt spüren wir Entwicklungen oft früher und intensiver als anderswo. Mein Terminkalender mag zwar nicht aus allen Nähten platzen – aber wer politische Arbeit an der Zahl der Termine misst, hat vermutlich noch nie versucht, ein Industrieprojekt, eine regionale Kooperation und eine Städtepartnerschaft gleichzeitig in Bewegung zu halten. Politik hat ihren eigenen Rhythmus, und der spielt selten im Takt eines Kalenders.
Beginnen wir mit der Industrie. Während andere Städte und Regionen darüber klagen, dass Betriebe abwandern, erleben wir in Weiz das Gegenteil: Investitionen, Erweiterungen, neue Technologien. Unsere Unternehmen – von den großen Playern bis zu den mutigen, innovativen KMU – entwickeln sich weiter, modernisieren, bilden aus. Und ich gebe zu: Es erfüllt mich jedes Mal mit Stolz, wenn ich durch die Betriebe gehe und sehe, wie viel Zukunft hier entsteht. Nicht als Schlagwort, sondern als tägliche, greifbare Arbeit, die weit über die Stadtgrenzen hinaus wirkt.
Natürlich gibt es Diskussionen. Industrie bedeutet Veränderung, und Veränderung bedeutet Fragen. Doch wir haben gelernt, diese Fragen nicht als Hindernis zu sehen, sondern als Teil eines Prozesses, der uns als Region stärker macht. Weiz wächst – nicht zufällig, sondern weil wir die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Mutig, entschlossen und mit einem klaren Blick darauf, was unsere Bezirkshauptstadt ausmacht.
Auch in der Mobilität hat sich etwas bewegt. Nicht alles ist perfekt, aber vieles ist besser geworden. Und ja, manchmal wünsche ich mir, die Begeisterung für neue Wege wäre so groß wie die Begeisterung für neue Parkplätze. Doch Schritt für Schritt, Takt für Takt: Weiz ist in Bewegung – und das zählt, für die Stadt und für den gesamten Bezirk.
Besonders schön waren für mich die vielen Begegnungen der letzten Monate. Gespräche mit Unternehmerinnen, Schülern, Vereinen, Partnerstädten. Oft sind es die kleinen Momente, die zeigen, dass Politik wirkt: ein Dankeschön nach einem gelungenen Projekt, ein Lächeln bei einer Veranstaltung, ein ehrliches „Gut, dass ihr das angepackt habt“.
Was bleibt also nach sechs Monaten? Eine Stadt, die wächst. Eine Region, die mitzieht. Eine Industrie, die investiert. Menschen, die mitgestalten. Und eine Vizebürgermeisterin, die weiß: Weiz hat nicht nur Zukunft – Weiz hat den Mut, sie zu bauen.