Der Mensch ist guat, nur die Leut san a Gsindl.

So zitiert Richard David Precht – deutscher Philosoph unserer Zeit – Johann Nepomuk Nestroy zu Beginn seines Buches „Die Kunst, kein Egoist zu sein“. Und er fragt sich: „Wie kommt es eigentlich, dass sich fast alle Menschen mehr oder weniger für die Guten halten und es trotzdem so viel Unheil in der Welt gibt?“

Dieses Buch ist mit über 500 Seiten in die drei Hauptkapitel Gut und Böse, Wollen und Tun sowie Moral und Gesellschaft strukturiert. Die Grundfrage des Buches ist gut gewählt, viele Beispiele sind interessant und manchmal überraschend; den inhaltlichen Aussagen kann gut zugestimmt werden.

Precht kritisiert den Verzicht der Politik auf Ordnungspolitik in der Wirtschaft, fordert ein neues unternehmerisches Ethos, plädiert für mehr bürgerschaftliches Engagement und überlegt die Umwandlung der Demokratie durch neue Formen der direkten Demokratie, der Mitbestimmung und der Bürgerbeteiligung.

Der Popstar der Philosophie greift aktuelle und entscheidende Themen auf und stellt sie klug durchdacht und leicht verstehbar dar. Dennoch ist es eine lange Lesereise von Gut und Böse bis zur Moral und Gesellschaft.

Übrigens – dieses Thema findet sich auch in der Posse „Frühere Verhältnisse“ (ab Minute 11:29) von Johann Nepomuk Nestroy aus dem Jahr 1862: „So gibt’s viel gute Mensch’n, aber grundschlechte Leut‘.“ 

Die Kunst, kein Egoist zu sein von Richard David Precht ISBN 978-3-442-15631-3

Monika Langs
Vizebürgermeisterin der Stadt Weiz
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